SLI-Comeback: DLSS-5-Mod verteilt die Arbeit auf zwei Grafikkarten
Ein experimenteller Ansatz bringt die Idee mehrerer Grafikkarten zurück auf den Tisch – allerdings mit einer neuen Aufgabenverteilung. Die Modifikation MGPU Bridge lässt laut ComputerBase eine Grafikkarte das eigentliche Spiel rendern, während eine zweite GPU das Neural Rendering von DLSS 5 übernimmt. Demonstriert wurde das Konzept mit zwei GeForce RTX 5060 Ti.
Arbeitsteilung statt klassischem SLI
FrĂĽhere Multi-GPU-Systeme versuchten meist, die Renderarbeit eines Spiels auf mehrere Grafikkarten zu verteilen. Der vorgestellte Ansatz trennt dagegen zwei unterschiedliche Aufgaben: Eine GPU berechnet die klassische Spielgrafik, die andere kĂĽmmert sich um den KI-gestĂĽtzten Verarbeitungsschritt. Damit erinnert die Hardwarekonfiguration zwar an SLI, technisch steht jedoch eine spezialisierte Arbeitsteilung im Vordergrund.
Das ist interessant, weil moderne Rendering-Verfahren zunehmend aus mehreren Bausteinen bestehen. Neben der eigentlichen Bildberechnung gewinnen Upscaling, Frame-Erzeugung und neuronale Verfahren an Bedeutung. Eine zusätzliche GPU könnte solche Aufgaben theoretisch auslagern und die Hauptkarte entlasten. Wie effizient das in der Praxis funktioniert, hängt jedoch von vielen Faktoren ab, darunter Datentransfer, Synchronisation, Softwareunterstützung und der zusätzliche Energiebedarf.
Veröffentlichte FPS mit Vorsicht betrachten
ComputerBase weist ausdrücklich darauf hin, dass die gezeigten Bildraten eingeordnet werden müssen. Eine Demonstration belegt zunächst, dass der Ansatz grundsätzlich funktionieren kann; sie ersetzt aber keine breit angelegte Messreihe unter kontrollierten Bedingungen. Für eine belastbare Bewertung wären verschiedene Spiele, Auflösungen, Qualitätsstufen und Hardwarekombinationen nötig. Ebenso wichtig sind Frametime-Stabilität, Bildqualität und mögliche Verzögerungen – nicht nur ein hoher durchschnittlicher FPS-Wert.
Für PC-Spieler ist daher noch kein unmittelbarer Kaufgrund entstanden. Zwei Grafikkarten bedeuten höhere Kosten, mehr Platzbedarf und meist auch höhere Anforderungen an Netzteil und Kühlung. Außerdem muss sich zeigen, ob der Leistungsgewinn diese Nachteile in realistischen Systemen ausgleicht. Eine Zweitkarte, die bereits vorhanden ist, könnte das Experiment interessanter machen als ein kompletter Neukauf.
Spannender Prototyp mit offenem Ausgang
MGPU Bridge zeigt vor allem, dass Multi-GPU-Konzepte im Zeitalter von KI-Rendering neu gedacht werden können. Für Leser von DailyTechSnack bleibt der praktische Rat dennoch klar: Ergebnisse aus einer frühen Modifikation sollten als Machbarkeitsnachweis verstanden werden. Wer aufrüsten möchte, wartet besser unabhängige Tests, Informationen zur Kompatibilität und eine genauere Analyse des Stromverbrauchs ab. Ob daraus ein alltagstauglicher Trend wird, ist derzeit offen.
Originalquelle: ComputerBase News – SLI-Comeback: DLSS-5-Mod verteilt die Arbeit auf zwei Grafikkarten



