Open-Source-KI 2026: Wachstum, Machtverschiebung und neue Zentren
Ein rasant wachsendes Ă–kosystem
Hugging Face zieht fĂĽr FrĂĽhjahr 2026 Bilanz ĂĽber den Zustand offener KI. Die Plattform meldet fĂĽr 2025 rund 13 Millionen Nutzer, mehr als zwei Millionen öffentliche Modelle und ĂĽber 500’000 öffentliche Datensätze. Modelle, Datensätze und Nutzerzahlen hätten sich annähernd verdoppelt. Auffällig ist, dass die Community zunehmend nicht nur fertige Modelle konsumiert, sondern Ableitungen wie Fine-Tunes, Adapter, Quantisierungen, Benchmarks und Anwendungen veröffentlicht.
Das Wachstum verteilt sich jedoch ungleich. Etwa die Hälfte der Modelle kommt auf weniger als 200 Downloads, während die 200 meistgeladenen Modelle – nur 0,01 Prozent des Angebots – knapp 49,6 Prozent aller Downloads bündeln. Der Bericht beschreibt Open-Source-KI deshalb eher als Netzwerk spezialisierter Teilgemeinschaften denn als einheitlichen Markt.
China gewinnt, unabhängige Entwickler prägen die Nutzung
Die geografischen Kräfteverhältnisse haben sich laut Plattformdaten deutlich verschoben. Chinesische Modelle erreichten im vergangenen Jahr einen Anteil von 41 Prozent der Downloads und überholten die USA bei monatlichen und gesamten Abrufen. Nach dem DeepSeek-R1-Moment stieg die Zahl chinesischer Veröffentlichungen stark; Baidu wechselte beispielsweise von keinen Hub-Releases 2024 zu mehr als 100 im Folgejahr. Auch ByteDance und Tencent vervielfachten ihre Aktivität.
Gleichzeitig sank der Anteil industrieller Entwickler an den Downloads von ungefähr 70 Prozent vor 2022 auf rund 37 Prozent im Jahr 2025. Unabhängige oder nicht zugeordnete Entwickler stiegen von 17 auf 39 Prozent. Gerade sie machen Basismodelle durch Quantisierung und Anpassung auf mehr Hardware nutzbar. Die Qwen-Familie illustriert die Dynamik mit ĂĽber 113’000 direkten Ableitungen, beziehungsweise mehr als 200’000 entsprechend markierten Modellen.
Offene Modelle werden zur Standortfrage
Mehr als 30 Prozent der Fortune-500-Unternehmen besitzen laut Hugging Face verifizierte Konten. Parallel fördern Staaten eigene KI-Ökosysteme: Südkorea, die Schweiz und europäische Programme verbinden offene Modelle mit digitaler Souveränität, lokaler Bereitstellung und regulatorischer Prüfbarkeit. Modelle und Datensätze werden häufig besonders intensiv in ihrer Entstehungsregion genutzt, etwa wegen Sprache und lokaler Anforderungen.
Die Zahlen stammen überwiegend aus dem Hugging-Face-Ökosystem und bilden nicht den gesamten Markt ab. Dennoch zeigen sie einen klaren Trend: Wettbewerb entsteht nicht mehr nur zwischen wenigen grossen Laboren. Entscheidend werden offene Gewichte, regionale Infrastruktur sowie Communities, die Modelle an konkrete Geräte, Sprachen und Branchen anpassen.
Originalquelle: Hugging Face Blog – State of Open Source on Hugging Face: Spring 2026



